17.06.2015 – Kreisliga A Gelsenkirchen – Entscheidungsspiel

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Westfalia 04 Gelsenkirchen vs. Genclerbirligi Resse (Anstoß 19:30, GlückAuf-Kampfbahn)

Überall im Ruhrpott ist aktuell Sommerpause. Überall? Nein, denn in den untersten Amateurligen in Gelsenkirchen rollt noch der Ball! Dort müssen nochmal die Vereine und Mannschaften ran, die entweder nächste Saison aufsteigen oder auf gar keinen Fall absteigen wollen. Kurz gesagt: Zeit für Entscheidungsspiele. Den Anfang machen Westfalia 04 Gelsenkirchen und Genclerbirligi Resse am 17. Juni auf neutralen Boden in der altehrwürdigen GlückAuf-Kampfbahn in Schalke. Beide Mannschaften haben es geschafft nach 30 Spieltagen jeweils 71 Punkte zu erreichen und müssen nun nochmal gegeneinander antreten um den ‚wahren‘ Meister der zweiten Gruppe der Kreisliga A auszuspielen. Der Sieger dieser Partie spielt dann am 21. Juni um 16:00 Uhr in der Relegation zur Bezirksliga gegen den Erler SV 08, welcher Meister (82 Punkte) der ersten Gruppe in der Kreisliga A wurde. Ich kann jedem Fussballfan diese spannenden und kämpferischen Spiele nur wärmstens empfehlen, da jeder Spieler beider Mannschaften 90 Minuten total Gas geben wird, um sich selbst und den Verein für eine tolle Saison zu belohnen!

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07.06.2015 – Verbandsliga 2 Westfalen

TSV Marl-Hüls 2:1 SC Hassel (Anstoß 15:00, Loekampstadion)

Nach dem überstandenen Abiturstress besuchte ich am Sonntag, den 07.06.2015, das schöne, kleine Loekampstadion um das Verbandsliga-Topspiel zwischen Tabellenführer TSV Marl-Hüls und Tabellendritter SC Hassel anzuschauen. Mit einem Sieg der Marler und einem gleichzeitigen Nicht-Sieg des Tabellenzweiten Westfalia Wickede wäre der TSV Marl-Hüls (erneut) am vorletzten Spieltag in die Oberliga aufgestiegen.

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Die Anreise zum Loekampstadion:

Es war ein toller Sonntag. Gut 20 Grad, keine Wolke am Himmel und Sonne satt. So machte ich mich um kurz vor zwei mit der Regionalbahn Richtung Münster auf zum Bahnhof Marl-Sinsen. Nach einer 20 minütigen Fahrt vom Gelsenkirchener Hbf ohne besondere Vorkomnisse stand ich auch schon auf dem Gleis 2 am Bahnhof Marl-Sinsen. Gut die Erwähnung des Gleis 2 ist sicherlich etwas überflüssig, da der Bahnhof nur zwei Gleise hat, aber der Vollständigkeit halber sei dies erwähnt. Nun hatte ich also fast 50 Minuten Zeit den Weg zum Stadion zu finden und ich wollte gerne einen großen Teil dieser Strecke per Bus zurücklegen. Genauer gesagt mit dem Bus 226 Richtung Marl-Mitte. Hier muss gesagt sein, dass anscheinend die Busse vom Bahnhof (!!) nur jede Stunde fahren und ich wirklich Glück hatte, dass der Bus 226 kurz nach meinem Erreichen der Bushaltestelle ebenfalls einfuhr. Wieder mal toll, dass die Klimaanlage auch hier nicht funktioniert (siehe RWE-Kray-Bericht). Schönen Gruß an das Busunternehmen an dieser Stelle. Danach ging alles eigentlichen ziemlich flott. Ausgestiegen an der Haltestelle Paracelsus-Klinik, Getränke anner Budegekauft um den überteuerten Preisen im Stadion zu entgehen, Straße bis zum Stadion entlanggelaufen, Karte geholt und rein ins Stadion.

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Die erste Halbzeit:

Nun gut, jetzt ist der Begriff ‚Stadion‘ für die meisten von euch sicherlich ein ziemlich exakter Begriff, jedoch besitzt das Loekampstadion lediglich eine kleine, überdachte Haupttribüne für etwa 100 Besucher und die war bei meinem Eintreffen schon sichtlich überfüllt. Allerdings wollte ich gerne zumindest eine Halbzeit lang das Feeling der alteingesessenen Fans auffangen und so verschlug es mich dann doch auf die Treppen der überschaubaren Tribüne. Und ich finde es immer super, wenn die Fans sofort zu erkennen geben, wie viel Vertrauen sie in ihr Team haben. Denn der erste Kommentar meines rechten Sitznachbar (den ich bis um Anpfiff nicht ein Wort habe sagen hören) beim ersten Fehlpass des TSV in der 1. Minute lautete: „Ich wusste es doch die ganze Zeit, ey! Die können nix, nix! Dat ham wa schon verloren.. Wir verkacken dat wieder und spieln nächstet Jahr doch nich Obbaliga!“ Lasst diese Aussage (wie gesagt, das Spiel war noch keine Minute alt) erstmal auf euch wirken. Nun zum Spielgeschehen: Der TSV war in den ersten 15 Minuten die präsentere und spielerisch bessere Mannschaft. Jedoch spürte jeder Zuschauer wie nervös die Spieler des Tabellenführers waren und so enthielt der letzte Pass der Marler immer eine gehörige Portion Unsicherheit. Hassel stand gut geordnet mit zwei Viererketten in der eigenen Hälfte, konnte dennoch aus den Ballgewinnen selten ernste Gefahr ausstrahlen. Kurz gesagt: Beide Mannschaften haben sich bis Tief in die Hälfte der ersten Halbeit total neutralisiert. Erst mit einem schönen, kleinem Solo des 14ers in der 24. Minute auf dem linken Flügel kam es zur ersten Chance des Gastgebers. Jedoch traf der Linksaußen den Ball nicht richtig und so hatte der Torwart der Gäste keine Probleme ihn zu fangen. Im weiteren Verlauf erspielten sich die Gastgeber immer bessere Chancen und erzielten in der 33. Minute ein (zurecht) nicht gegebenes Tor aus Abseitsposition. Die Fans des TSV waren sichtlich nervöser als ihre Mannschaft und so wurde jeder eigene Ballgewinn herzlich kommentiert und jede missglückte Aktion spöttisch oder hämisch abgewunken. Echte Emotionen. In der sechsten Liga. Wunderbar (Keine Ironie)! Am Ende der ersten Halbzeit traute sich der SC Hassel mehr zu und schaltete immer öfter auf Offensive. Die beiden schnellen Stürmer suchten zügiger den Weg zum Tor, scheiterten jedoch an den zweikampfstarken Innenverteidigern der Marler. Jedem Zuschauer war klar, dass das hier eine enge Angelegenheit wird, da die Hasseler alles daran setzten dem TSV alle Aufstiegsträume vor der Nase platzen zu lassen. Null Wettbewerbsverzerrung! Schönen Gruß an dieser Stelle an die Säbener Straße.

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Die Halbzeitpause (0:0):

Auch Halbzeit in der Verbandsliga bedeutet: Keine jämmerlichen Fanboxen. Keine übetriebenen Werbungen auf Großbildschirmen. Keine Pausenshows. Und auch kein aufgemotztes Torwandschießen! Es bedeutet: Vom Spiel erholen. Über mögliche Wechsel spekulieren. Die eigenen Stars bewerten, loben und kritisieren. Oder die anderen Fans beobachten. All das bekommt man Spieltag für Spieltag in den Liga unterhalb der 3. Liga mit und diese ‚Rituale‘ sind für viele Fans auch fester Bestandteil eines Stadionbesuchs. Also jetzt mal für alle: Sucht euch für nächstes Wochenende ein Amateurspiel in eurer Umgebung raus, geht dahin und genießt die geile Atmosphäre!

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Die zweite Halbzeit:

Zurück zum Spiel. Ich gab meinen Platz auf der Tribüne auf um mich seitlich hinter das Tor des Sportclubs zu stellen (Jaa das geht im Loekampstadion). Somit verfolgte ich das Spielgeschehen nun etwa einen Meter vom (Kunst-)Rasen. Auf dem Platz taten sich beide Mannschaften immernoch sehr schwer. Lediglich die Zweikämpfe wurden intensiver und so litt der Spielfluss arg darunter, was dem Spiel allerdings noch mehr Spannung verlieh. Der TSV versuchte nun stärker mit Seitenverlagerungen und langen Bällen breitere Räume zu schaffen um ihre Stürmer besser in Szene zu setzen. Gelang den Marlern bis zur 60. Minute, aufgrund der starken Abwehrleistung des SC Hassel, jedoch nur zweimal. Ein Schuss wurde vom Torwart pariert, der andere ging gut zwei Meter am Kasten vorbei. Doch dann kam die 62. Spielminute. Foulspiel vom Sportclub. Freistoß, mittig am Strafraumrand. Der Kapitän des TSV schnappte sich entschlossen den Ball und es wurde merklich still im Loekampstadion. Zuschauer, die schnell die Seite hinter dem Tor wechseln wollten blieben stehen. Der Spielführer des Gastgebers schaute kurz hoch, nahm Anlauf, traf den Ball perfekt und er senkte sich unhaltbar über die Mauer ins Eck. Kategorie Traumtor. Daraufhin rannten Pirlo, Junuzovic und Calhanoglu auf den Platz  um sich nach der Technik des Torschützen zu erkundigen. Stand jetzt, wäre der TSV Marl-Hüls aufgestiegen, da es zwischen dem 1. FC Kaan-Marienborn und Westfalia Wickede 0:0 steht. Das Tor brachte den Gastgeber viel Sicherheit. Jedoch ließ sich der SC Hassel vom Rückstand nicht beeindrucken und spielte sein geordnetes und diszipliniertes Spiel einfach weiter. Der TSV zog sich komplett zurück und war nur noch auf Konter aus, woraufhin die Gäste plötzlich das Spiel machen mussten. Dies war offensichtlich nicht ihr Stärke und so tasteten sie sich erstmal vorsichtig an das Tor des TSV ran. Eine schnelle Kombination durch die Mitte bescherte dem Sportclub eine recht gute Möglichkeit, der Schuss war allerdings zu zentral. Die kleine Anzeigentafel zeigte mittlerweile bereits die 80. Minute an und Hassel machten weiter Druck. Zwei Schüsse geblockt, einer drüber, einer daneben. Die Marler begannen ziemlich zu schwimmen und konnten bei ihren, von den Zuschauern mit Begeisterung verfolgten, Kontern nicht den Sack zu machen und den erlösenden zweiten Treffer erzielen. Dann kam die 89. Minuten. Ecke von links für Hassel. Kopfball gegen den Lauf des Torwarts. Und auf der Linie geklärt. Im direkten Anschluss daran folgte ein blitzschneller Konter über rechts. Der kluge Stürmer spielte 30 Meter vor dem Tor quer in die Mitte, von dort wurde der Ball nach halbrechts rausgelegt und der Ball zappelte im Netz. Das Stadion stand buchstäblich Kopf. Neben mir nahm ein Opa seine Enkelin freudestrahlend in den Arm und sagt: „Wir hams geschafft! Dat wars! Wir sind Aufgestiegen!“ Der SC Hassel hatte jedoch auf diesen Kontern eine passende Antwort und erzielte in der ersten Minute der Nachspielzeit den Anschlusstreffer zum 2:1. Leider war für mich der Spielzug des Sportclubs von einem Fotografen vor mir verdeckt und so sah ich nur wie ca. 50 – 60 Hasselfans freudig ihr Hände in die Luft rissen und einigen Marlerfans das Gesicht versteinerte. Doch dann kam der Schlusspfiff und alle lagen sich in den Armen. Aber Moment. Das Spiel von Wickede lief ja noch und so versammelte sich die ganze Mannschaft des TSV Marl-Hüls zu einem Kreis zusammen und wartete auf die Durchsage des Stadionsprechers. Diese war: „Dat is jetzt die 6. Minute der Nachspielzeit… Da muss doch gleich Schluss sein!“ Und das war es dann auch. Die Mannschaft und die Fans feierten und da mein Bus erst in 35 Minuten kam, blieb ich auch noch ein wenig und schauten der Freude und den Emotionen auf und neben dem Platz zu. Gratulation von meiner Seite an den TSV Marl-Hüls!

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Die Rückreise zum Hbf Gelsenkirchen:

Immernoch die dramatischen Bilder aus den Schlussminuten im Kopf nahm ich den Bus zurück zum Bahnhof Marl-Sinsen. Schnell war ich wieder auf dem Bahnsteig (diesmal Gleis 1) und wartete auf die Regionalbahn Richtung Düsseldorf Hbf, die jedoch Verspätung hatte. Ansonsten verlief die Rückreise, wie die Anreise, ohne nennenswerte Vorkomnisse und ich machte mich um ca. 18 Uhr zufrieden und mit vielen neuen Eindrücken vom Hbf in Gelsenkirchen auf in Richtung Heimat.                                                                                                                                                                                              PS: Wen es noch interessiert, ich schätze, dass bei diesem 6. Ligaspiel fast 1000 Zuschauer waren. Riesen Kompliment an alle die heute dort waren!

Macht’s gut!

-Niklas-