14.04.2015 – Niederrheinpokal – Halbfinale

Rot-Weiss Essen 2:0 FC Kray (Anstoß 18:30 Uhr)

Am Dienstag, den 14. April, habe ich das immer populärer werdende Essener Stadtderby im Niederrheinpokal zwischen RWE und dem FCK verfolgt. Die beiden Regionalligamannschaften spielten im ‚Stadion Essen‚ um den Finaleinzug im Amateurpokal und im folgenden Bericht werdet ihr meine Eindrücke rund um und zum Spiel lesen können. Viel Spaß!

Die Anreise zum ‚Stadion Essen‘:

Um 17:00 Uhr am Essener Hauptbahnhof angekommen war ich zunächst überrascht, dass ich absolut null RWE-Fans am Gleis und im Gebäude antraf. Dieser Eindruck änderte sich schnell, als ich durch den Südausgang des Bahnhofs ging, wo sich etwa 200 Fans tümmelten und genüßlich das ein oder andere Bier tranken. Also doch den alten Fussballbrauch aufleben lassen, wie schön. Da ich aber noch keine Karte für das Spiel besaß machte ich mich nun aber zügig auf zu den gegenüber abfahrenden Fanbussen um zum Stadion zu gelangen. Hier muss gesagt sein, dass ‚zügig‘ ein sehr relativer Begriff für die Essener-Verkehrs AG (EVAG) ist. Nicht nur das gut eine Stunde vor Spielbeginn alle 10 Minuten nur ein (!) Bus für die wartenden Fans am Haltepunkt eintrifft, nein, auch war das wunderschöne Wetter (ca. 25°C + Sonne) für das Verkehrsunternehmen total überraschend gewesen. So fuhr ich dann in einem total überfüllten Bus, in dem es ohne Klimaanlage geschätzte 50 Grad heiß war, mit singenden und nach Bier und Rauch duftenden Fans zum Stadion. Hatte auch irgendwo etwas romantisches. Nach einer 20 minütigen Fahrt stand ich auch schon wieder unter freiem Himmel und und lief gutgelaunt aber angespannt die erwürdige Hafenstraße entlang zu den Kassen. Ohne Probleme kaufte ich mir eine Karte für die Westtribüne, um mehr von der berüchtigten Stimmung zu erleben.

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Die erste Halbzeit:

 

Die Essener Westtribüne füllte sich bis kurz vor Anpfif stetig und auch im gegenüber liegenden Gästeblock konnte man Bewegung erkennen.  Ja gut, eher ein Bewegüngchen, denn es verfolgten nur ca. 200 Kray-Fans dieses Pokalspiel. Etwas enttäuscht von der mangelnden Begeisterung für das Derby seitens der grün-weißen war ich dann aber schon, wenn man bedenkt, dass zu Heimspielen des FC Kray etwa 900 Zuschauer aufzufinden sind…  Ultras Essen präsentierte eine große Zaunfahne auf der ‚Scheiß Sport1‘ stand, die jeder selbst bewerten kann. Vor Beginn des Spiels gab es eine kleine, aber bemühte Fahnenchoreo am Mittelkreis und die beiden RWE-Hymnen ‚Opa Luscheskowski‘ und ‚Oh RWE‚ sangen gut 6000 Heimfans mit. Gute Pokalstimmung und geiles Wetter. Wat willste mehr?! Die Stimmung vor Spielbeginn konnte jedoch nicht gehalten werden, da Ultras Essen einen Konflikt mit Sportvorstandes Dr. Uwe Harttgen gibt. Dort kam es zu einem Vertrauensbruch und Ultras Essen boykottiert seitdem die Spiele ihrer Mannschaft. Ist alles etwas kompliziert und ich möchte auch nicht weiter darauf eingehen. Nun denn, RWE kam gut ins Spiel hinein und konnte besonders über die rechte Seite immer wieder gute Möglichkeiten herausspielen. Der FC Kray hingegen hatte sichtlich Probleme mit dem schnellen Vorstößen des Gastgebers und so zogen sie sich immer weiter in die eigene Hälfte zurück. Dies führte zu einigen Standardsituationen für RW Essen, welche jedoch in den ersten 30 Minuten nichts einbrachten. Stimmung wurde in der gesamten ersten Hälfte nur von einigen spontanen Gesängen einiger Zuschauer auf der Westtribüne getätigt, welche jedoch nur selten mehr als 1-2 Minuten dauerten. Dann kam die 31. Minute..es gab einen relativ zentralen Freistoß für den Gastgeber aus gut und gerne 20 Metern, der jedoch in der Krayer Mauer landete. Doch Baier nahm den Abpraller und versenkte den Ball aus 25 Meter mit einem Traumtor zur RWE-Führung. Nun stiegen auch immer mehr die anderen Tribünen in die Gesänge mit ein. Auf dem Feld passierte in den letzten gut 10 Minuten der ersten Halbzeit eher wenig und so ging es in die Halbzeitpause. Die Gästefans konnten stimmlich kaum auf sich aufmerksam machen und so machten lediglich die zwei großen grün-weiß-blauen Farben im Gästeblock einen guten Eindruck.

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Die Halbzeitpause (1:0):

Also ich habe auch bevor ich mit diesem Blog angefangen haben zig Stadien und Sportanlagen besucht, aber was das neuen ‚Stadion Essen‘ an Sanitäranlagen zu…alle Achtung! Astreine, saubere Toiletten, viel Platz und eine recht schöne Deko mit Handabdrücke von Fans an der Wand. Es wirkte alles sehr familär und man merkt das RWE bei jedem Fan einen guten, bleibenden Eindruck hinterlassen möchte und ich bin mir sicher, dass sie dies auch oft schaffen. Fantechnisch verlief die Halbzeitpause unspektakulär und ich nahm wieder meinen alten Platz im oberen Bereich der Westtribüne ein.

Die zweite Halbzeit:

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte spürte man das Übergewicht der Rot-Weißen auf dem Rasen und die Zurückhaltung der Gäste. Während RWE immer viel Zug zum gegnerischen Tor hatte und stets bemüht war die Angriffe über die Außen zu beginnen, hatte der FC Kray einige Fehlpässe im Aufbauspiel, sowie mehrere Unsicherheiten im Spiel nach vorne. Nach gut zehn gespielten Minuten im 2. Durchgang vergab der RWE-Stürmer Platzek eine Großchance im Mario-Gomez-Stilm, als er freistehend den Ball aus knapp 10 Metern mindestens drei Meter am Tor vorbeischoss. Im weiteren Spielverlauf passierte erstmal wenig und so wurde der gemeine Fan auf der Tribüne immer nervöser. Ultras Essen machte in der zweite Halbzeit dann doch etwas organisierten Support, was begeisternd von der Kurve angenommen wurde und so war es dann richtig Laut im Stadion. Also stand ich vor der Frage, ob das Schweigen der Fanszene im 1. Durchgang nun doch nichts mit dem kaputten Verhältnis zum Sportvorstand zu tun hatte? Nach etwa 70 Minuten hatte der FCK eine riesen Chance den Ausgleich zu erzielen, doch Akman traf nach einem schönen direkten Freistoß aus gut 20 Metern nur die Latte und so blieb die knappe Führung des RWE erstmal bestehen. Und so kam es in der 77. Minute nach einem langen Pass in die Schnittstelle der Krayer Abwehr zum verdienten 2:0, als Freiberger den Ball an dem herausstürmenden Kunz vorbeischob. Das Stadion erxplodierte und der Finaleinzug wurde seitens der Rot-Weißen laustark besungen. So passierte auch nichts Erwähnenswertes mehr in den letzten Minuten auf dem Feld, außer als ein Flitzer kurz vor Abpfiff die Ordner zu einer tollen Verfolgungsjagd zwang. Somit steht Rot-Weiss Essen nun im Finale gegen Rot-Weiß Oberhausen und spielt nicht nur am 14. Mai um den Amateurpokal, sondern auch um einen Platz im Lostopf für die erste DFB-Pokalrunde.

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Die Rückreise zum HBF Essen:

Auf Grund der nicht so übermäßigen Menschenmasse, die zu den Fanbussen drang, konnte ich die Hafenstraße in Ruhe hinunterspazieren und 10 Minuten später mit leisen aber glücklichen Fanmelodien zum Hauptbahnhof fahren. Im Gegensatz zur Hinfahrt war es auch deutlich kühler und die Stimmung war erwartungsgemäß gut. Am Bahnhof angekommen verstreuten sich die in rot-weiß gekleideten Fans und ich konnte nun zu meinem Gleis hochgehen und auf einen interessanten und schönen Dienstagabend zurückblicken.

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-Niklas-

04.04.2015 – Kreisliga C3 Gelsenkirchen

FC Zrinski 1975 0:2 Grün-Weiß Heßler II (15:00 Uhr)

Am Ostersamstag habe ich mich zur Sportanlage Ückendorf in Gelsenkirchen begeben, um mir ein Spiel des 24. Spieltages in der Kreisliga C3 anzuschauen.

Die Anreise zur Sportanlage Ückendorf:

Um kurz nach 14:00 Uhr am Hauptbahnhof in Gelsenkirchen angekommen verließ ich den mittelgroßen Bahnhof durch den Südausgang, überquerte kurzerhand den Neustadtplatz und folgt dem Verlauf der Bochumerstraße. Es gab keine besonderen Vorkommnisse auf meinem circa 15 minütigen  „Marsch“ bis zur Kreuzung Virchowstraße. Auf dem Weg dorthin sieht man den tristen Alltag und die, ich nenne sie mal liebevoll, traditionellen Bauten in Gelsenkirchen. Marode und alte Mehrfamilienhäuser erstrecken sich entlang der Bochumerstraße und Baustellen auf Bürgersteigen ließen mich zwei Mal auf der kurzen Route die Straßenseite wechseln. Angekommen an der besagten Kreuzung bog ich rechts ab und nach etwa 100 Metern liegt auf der linken Seite die Sportanlage Ückendorf. Sie umfasst einen schönen, gepflegten Rasenplatz mit einer kleinen Tribüne für etwa 300 Zuschauer und einen einfachen Ascheplatz mit Flutlichtanlagen. Der Rasenplatz wird (fast) ausschließlich von den A- und B-Junioren des FC Schalke 04 genutzt und so trägt der FC Zrinski 1975 seine Heimspiele auf dem angrenzenden Ascheplatz aus.

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Die erste Halbzeit:

Das Spiel war leider erwartungsgemäß schwach besucht und lediglich einige Freunde von Spielern der beiden Teams und alteingesessene Fans sahen eine muntere erste Halbzeit des Gastgebers gegen den westlichen Stadtrivalen. Der FC Zrinksi spielte sichtlich motiviert mit einem, teils rotierendem, 4-4-2-System gegen tiefstehende Gäste aus Heßler. Da die zweite Mannschaft des, im Süden beheimateten, FC Zrinski kurz vor diesem Spiel ebenfalls auf der Sportanlage gespielt hatte, blieben nahezu alle Spieler der zweiten Mannschaft beim Spiel und unterstützten die Vereinskameraden sogar lautstark bei gelungen Aktionen. Großes Kompliment und Hut ab für diese Zusammenhalt! Leider konnte der FC Zrinksi kaum nennenswerte Großchancen herausspielen und so mussten alle Fans bis zur 20. Minute auf den ersten Torschuss im Spiel warten, welcher knapp nach einem direkten Freistoß aus 40. Metern (!!!) über die Latte flog. Die Gäste fanden in der ersten halben Stunde kaum Fuß in der Partie und konnten dank einiger Unkonzentriertheiten des Gastgebers im Spiel nach Vorne das Unentschieden halten. Kurz vor dem Seitenwechsel wurde das Spiel immer wieder durch kleine Fouls unterbrochen und man merkte beiden Teams den Willen an, hier heute drei Punkte mitzunehmen. In der 44. Minute kam der FC Zrinksi durch ein gelungenes Kurzpassspiel auf dem rechten Flügel noch zu einer Halbchance, welche aber durch die „Wir-wollen-den-Ball-ins-Tor-tragen“-Strategie und des beherzten Eingreifens der starken Heßler-Abwehr zunichte gemacht wurde.

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Die Halbzeitpause:

Keine nervige Chartsmusik, keine peinlichen Einspieler auf Videolinewänden, keine pompösen Halbzeitaktionen auf dem Feld! Ich genoß eine ruhige Pause, welche ich zum Adrenalinabbau nutzte. Und ja, ob ihr es glaubt oder nicht, mich erfassen solche Spiele von ihrem Kampfgeist und ihrer Spannung sehr und ich freute mich total auf die zweite Halbzeit mit beiden, mit der besten Einstellung geprägten, Teams. Die konzentrierte Halbzeitansprache von Grün-Weiß Heßler fand im Schatten neben dem Platz statt und ich schnappte zahlreiche Kommentare auf und so mir klingen die Worte des Spielertrainers noch immer Kopf: „Jungs, weiter so! Wir müssen UNSER Spiel weiter spielen. Die wolln doch nur den Ball reintragen und haben nich einma von weiterweg geschossen… Wir packen das!“ Damit hat er die Siegermentalität der Grün-Weißen genau auf dem Kopf getroffen…

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Die zweite Halbzeit:

Der zweite Durchgang begann mit viel Biss in den Zweikämpfen und beide, spielerisch recht starke, Teams versuchten durch Ballstaffetten den direkten Weg zum gegnerischen Tor zu finden. Heßler suchte immer wieder nach Kontermöglichkeiten und so konnte der FC Zrinski teilweise mit viel Platz im Mittelfeld das Spiel gestalten. Jedoch konnte sich der Gastgeber nicht eine gewünschte Großchance herausarbeiten, was zum einen wieder an der Unkonzentriertheit beim letzten, entscheidenden Pass des FC Zrinski als auch an der gute Kommunikation in der Abwehr des GW Heßler lag. Ein Zuschauer rief aus diesem Grund nach gut 50 Minuten: „Ey, haut doch ma einfach aufs Tor drauf!“ Einfacher gesagt, als getan, denn nach einem gelungenen Konter auf der rechten Seite musste der Spielertrainer mit der Nummer 11 nur noch zum 0:1 (58. Minute) für die Gäste einschieben und die komplette Hintermannschaft des FC Zrinski war bedient. Sich von dem Gegentor sichtlich nicht beeindrucken zu lassen versuchte der Gastgeber nun mehr über die Flügel zu agieren und erarbeiteten sich eine recht gute Möglichkeit in der 63. Minute, welche aber noch in letzter Sekunde abgefälscht wurde. Kurz darauf stürmten sogar die defensiv orientierten Spieler des FC Zrinksi mit nach vorne, was zur Folge hatte, das Heßler nun sehr viel Platz zum Kontern hatte und so eine Überzahlsituation in der 66. Minute herstellte, die mit Hilfe des linken Innenpfosten zum Torerfolg führte. 0:2 für Grün-Weiß Heßler, und das obwohl Zrinski wesentlich mehr Spielanteile hatte und lediglich an der Effektivität vor dem Tor scheiterte. In den darauffolgenden 20 Minuten konnten die körperlich betonten Spieler des Gastgebers nicht den Anschlusstreffer erziehlen und hatten kurz vor Abpfiff noch Glück, dass ein Lattenschuss des starkspielenden Regisseurs von Grün-Weiß Heßlers nicht zum 0:3, und damit zu einer hohen Niederlage, führte.

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Fazit:

Erfolg ist wie ein scheues Reh, der Wind und die Witterung müssen stimmen… So musste der FC Zrinksi 1975 eine, an den Spielanteilen gemessene, unglückliche Heimpleite einstecken und steht damit auf dem 11. Tabellenplatz, punktgleich mit dem VfL Grafenwald IV. Die Grün-Weißen aus Heßler sind nun das drittstärkste Auswärtsteam der Liga und spielen zum wiederholten Male zu Null, was ihnen den 6. Platz beschert. Für mich war es ein wirklich spannendes und offenes Spiel, bei dem ich auf meine erhofften Kosten kam und sowohl zwei sehr motivierte und zusammenhaltende Teams als auch ein recht faires und munteres Spiel gesehen habe.

Die Heimreise verlief ereignislos und so freue ich mich auf das nächste Amateurspiel!

-Niklas-