17.06.2015 – Kreisliga A Gelsenkirchen – Entscheidungsspiel

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Westfalia 04 Gelsenkirchen vs. Genclerbirligi Resse (Anstoß 19:30, GlückAuf-Kampfbahn)

Überall im Ruhrpott ist aktuell Sommerpause. Überall? Nein, denn in den untersten Amateurligen in Gelsenkirchen rollt noch der Ball! Dort müssen nochmal die Vereine und Mannschaften ran, die entweder nächste Saison aufsteigen oder auf gar keinen Fall absteigen wollen. Kurz gesagt: Zeit für Entscheidungsspiele. Den Anfang machen Westfalia 04 Gelsenkirchen und Genclerbirligi Resse am 17. Juni auf neutralen Boden in der altehrwürdigen GlückAuf-Kampfbahn in Schalke. Beide Mannschaften haben es geschafft nach 30 Spieltagen jeweils 71 Punkte zu erreichen und müssen nun nochmal gegeneinander antreten um den ‚wahren‘ Meister der zweiten Gruppe der Kreisliga A auszuspielen. Der Sieger dieser Partie spielt dann am 21. Juni um 16:00 Uhr in der Relegation zur Bezirksliga gegen den Erler SV 08, welcher Meister (82 Punkte) der ersten Gruppe in der Kreisliga A wurde. Ich kann jedem Fussballfan diese spannenden und kämpferischen Spiele nur wärmstens empfehlen, da jeder Spieler beider Mannschaften 90 Minuten total Gas geben wird, um sich selbst und den Verein für eine tolle Saison zu belohnen!

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07.06.2015 – Verbandsliga 2 Westfalen

TSV Marl-Hüls 2:1 SC Hassel (Anstoß 15:00, Loekampstadion)

Nach dem überstandenen Abiturstress besuchte ich am Sonntag, den 07.06.2015, das schöne, kleine Loekampstadion um das Verbandsliga-Topspiel zwischen Tabellenführer TSV Marl-Hüls und Tabellendritter SC Hassel anzuschauen. Mit einem Sieg der Marler und einem gleichzeitigen Nicht-Sieg des Tabellenzweiten Westfalia Wickede wäre der TSV Marl-Hüls (erneut) am vorletzten Spieltag in die Oberliga aufgestiegen.

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Die Anreise zum Loekampstadion:

Es war ein toller Sonntag. Gut 20 Grad, keine Wolke am Himmel und Sonne satt. So machte ich mich um kurz vor zwei mit der Regionalbahn Richtung Münster auf zum Bahnhof Marl-Sinsen. Nach einer 20 minütigen Fahrt vom Gelsenkirchener Hbf ohne besondere Vorkomnisse stand ich auch schon auf dem Gleis 2 am Bahnhof Marl-Sinsen. Gut die Erwähnung des Gleis 2 ist sicherlich etwas überflüssig, da der Bahnhof nur zwei Gleise hat, aber der Vollständigkeit halber sei dies erwähnt. Nun hatte ich also fast 50 Minuten Zeit den Weg zum Stadion zu finden und ich wollte gerne einen großen Teil dieser Strecke per Bus zurücklegen. Genauer gesagt mit dem Bus 226 Richtung Marl-Mitte. Hier muss gesagt sein, dass anscheinend die Busse vom Bahnhof (!!) nur jede Stunde fahren und ich wirklich Glück hatte, dass der Bus 226 kurz nach meinem Erreichen der Bushaltestelle ebenfalls einfuhr. Wieder mal toll, dass die Klimaanlage auch hier nicht funktioniert (siehe RWE-Kray-Bericht). Schönen Gruß an das Busunternehmen an dieser Stelle. Danach ging alles eigentlichen ziemlich flott. Ausgestiegen an der Haltestelle Paracelsus-Klinik, Getränke anner Budegekauft um den überteuerten Preisen im Stadion zu entgehen, Straße bis zum Stadion entlanggelaufen, Karte geholt und rein ins Stadion.

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Die erste Halbzeit:

Nun gut, jetzt ist der Begriff ‚Stadion‘ für die meisten von euch sicherlich ein ziemlich exakter Begriff, jedoch besitzt das Loekampstadion lediglich eine kleine, überdachte Haupttribüne für etwa 100 Besucher und die war bei meinem Eintreffen schon sichtlich überfüllt. Allerdings wollte ich gerne zumindest eine Halbzeit lang das Feeling der alteingesessenen Fans auffangen und so verschlug es mich dann doch auf die Treppen der überschaubaren Tribüne. Und ich finde es immer super, wenn die Fans sofort zu erkennen geben, wie viel Vertrauen sie in ihr Team haben. Denn der erste Kommentar meines rechten Sitznachbar (den ich bis um Anpfiff nicht ein Wort habe sagen hören) beim ersten Fehlpass des TSV in der 1. Minute lautete: „Ich wusste es doch die ganze Zeit, ey! Die können nix, nix! Dat ham wa schon verloren.. Wir verkacken dat wieder und spieln nächstet Jahr doch nich Obbaliga!“ Lasst diese Aussage (wie gesagt, das Spiel war noch keine Minute alt) erstmal auf euch wirken. Nun zum Spielgeschehen: Der TSV war in den ersten 15 Minuten die präsentere und spielerisch bessere Mannschaft. Jedoch spürte jeder Zuschauer wie nervös die Spieler des Tabellenführers waren und so enthielt der letzte Pass der Marler immer eine gehörige Portion Unsicherheit. Hassel stand gut geordnet mit zwei Viererketten in der eigenen Hälfte, konnte dennoch aus den Ballgewinnen selten ernste Gefahr ausstrahlen. Kurz gesagt: Beide Mannschaften haben sich bis Tief in die Hälfte der ersten Halbeit total neutralisiert. Erst mit einem schönen, kleinem Solo des 14ers in der 24. Minute auf dem linken Flügel kam es zur ersten Chance des Gastgebers. Jedoch traf der Linksaußen den Ball nicht richtig und so hatte der Torwart der Gäste keine Probleme ihn zu fangen. Im weiteren Verlauf erspielten sich die Gastgeber immer bessere Chancen und erzielten in der 33. Minute ein (zurecht) nicht gegebenes Tor aus Abseitsposition. Die Fans des TSV waren sichtlich nervöser als ihre Mannschaft und so wurde jeder eigene Ballgewinn herzlich kommentiert und jede missglückte Aktion spöttisch oder hämisch abgewunken. Echte Emotionen. In der sechsten Liga. Wunderbar (Keine Ironie)! Am Ende der ersten Halbzeit traute sich der SC Hassel mehr zu und schaltete immer öfter auf Offensive. Die beiden schnellen Stürmer suchten zügiger den Weg zum Tor, scheiterten jedoch an den zweikampfstarken Innenverteidigern der Marler. Jedem Zuschauer war klar, dass das hier eine enge Angelegenheit wird, da die Hasseler alles daran setzten dem TSV alle Aufstiegsträume vor der Nase platzen zu lassen. Null Wettbewerbsverzerrung! Schönen Gruß an dieser Stelle an die Säbener Straße.

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Die Halbzeitpause (0:0):

Auch Halbzeit in der Verbandsliga bedeutet: Keine jämmerlichen Fanboxen. Keine übetriebenen Werbungen auf Großbildschirmen. Keine Pausenshows. Und auch kein aufgemotztes Torwandschießen! Es bedeutet: Vom Spiel erholen. Über mögliche Wechsel spekulieren. Die eigenen Stars bewerten, loben und kritisieren. Oder die anderen Fans beobachten. All das bekommt man Spieltag für Spieltag in den Liga unterhalb der 3. Liga mit und diese ‚Rituale‘ sind für viele Fans auch fester Bestandteil eines Stadionbesuchs. Also jetzt mal für alle: Sucht euch für nächstes Wochenende ein Amateurspiel in eurer Umgebung raus, geht dahin und genießt die geile Atmosphäre!

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Die zweite Halbzeit:

Zurück zum Spiel. Ich gab meinen Platz auf der Tribüne auf um mich seitlich hinter das Tor des Sportclubs zu stellen (Jaa das geht im Loekampstadion). Somit verfolgte ich das Spielgeschehen nun etwa einen Meter vom (Kunst-)Rasen. Auf dem Platz taten sich beide Mannschaften immernoch sehr schwer. Lediglich die Zweikämpfe wurden intensiver und so litt der Spielfluss arg darunter, was dem Spiel allerdings noch mehr Spannung verlieh. Der TSV versuchte nun stärker mit Seitenverlagerungen und langen Bällen breitere Räume zu schaffen um ihre Stürmer besser in Szene zu setzen. Gelang den Marlern bis zur 60. Minute, aufgrund der starken Abwehrleistung des SC Hassel, jedoch nur zweimal. Ein Schuss wurde vom Torwart pariert, der andere ging gut zwei Meter am Kasten vorbei. Doch dann kam die 62. Spielminute. Foulspiel vom Sportclub. Freistoß, mittig am Strafraumrand. Der Kapitän des TSV schnappte sich entschlossen den Ball und es wurde merklich still im Loekampstadion. Zuschauer, die schnell die Seite hinter dem Tor wechseln wollten blieben stehen. Der Spielführer des Gastgebers schaute kurz hoch, nahm Anlauf, traf den Ball perfekt und er senkte sich unhaltbar über die Mauer ins Eck. Kategorie Traumtor. Daraufhin rannten Pirlo, Junuzovic und Calhanoglu auf den Platz  um sich nach der Technik des Torschützen zu erkundigen. Stand jetzt, wäre der TSV Marl-Hüls aufgestiegen, da es zwischen dem 1. FC Kaan-Marienborn und Westfalia Wickede 0:0 steht. Das Tor brachte den Gastgeber viel Sicherheit. Jedoch ließ sich der SC Hassel vom Rückstand nicht beeindrucken und spielte sein geordnetes und diszipliniertes Spiel einfach weiter. Der TSV zog sich komplett zurück und war nur noch auf Konter aus, woraufhin die Gäste plötzlich das Spiel machen mussten. Dies war offensichtlich nicht ihr Stärke und so tasteten sie sich erstmal vorsichtig an das Tor des TSV ran. Eine schnelle Kombination durch die Mitte bescherte dem Sportclub eine recht gute Möglichkeit, der Schuss war allerdings zu zentral. Die kleine Anzeigentafel zeigte mittlerweile bereits die 80. Minute an und Hassel machten weiter Druck. Zwei Schüsse geblockt, einer drüber, einer daneben. Die Marler begannen ziemlich zu schwimmen und konnten bei ihren, von den Zuschauern mit Begeisterung verfolgten, Kontern nicht den Sack zu machen und den erlösenden zweiten Treffer erzielen. Dann kam die 89. Minuten. Ecke von links für Hassel. Kopfball gegen den Lauf des Torwarts. Und auf der Linie geklärt. Im direkten Anschluss daran folgte ein blitzschneller Konter über rechts. Der kluge Stürmer spielte 30 Meter vor dem Tor quer in die Mitte, von dort wurde der Ball nach halbrechts rausgelegt und der Ball zappelte im Netz. Das Stadion stand buchstäblich Kopf. Neben mir nahm ein Opa seine Enkelin freudestrahlend in den Arm und sagt: „Wir hams geschafft! Dat wars! Wir sind Aufgestiegen!“ Der SC Hassel hatte jedoch auf diesen Kontern eine passende Antwort und erzielte in der ersten Minute der Nachspielzeit den Anschlusstreffer zum 2:1. Leider war für mich der Spielzug des Sportclubs von einem Fotografen vor mir verdeckt und so sah ich nur wie ca. 50 – 60 Hasselfans freudig ihr Hände in die Luft rissen und einigen Marlerfans das Gesicht versteinerte. Doch dann kam der Schlusspfiff und alle lagen sich in den Armen. Aber Moment. Das Spiel von Wickede lief ja noch und so versammelte sich die ganze Mannschaft des TSV Marl-Hüls zu einem Kreis zusammen und wartete auf die Durchsage des Stadionsprechers. Diese war: „Dat is jetzt die 6. Minute der Nachspielzeit… Da muss doch gleich Schluss sein!“ Und das war es dann auch. Die Mannschaft und die Fans feierten und da mein Bus erst in 35 Minuten kam, blieb ich auch noch ein wenig und schauten der Freude und den Emotionen auf und neben dem Platz zu. Gratulation von meiner Seite an den TSV Marl-Hüls!

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Die Rückreise zum Hbf Gelsenkirchen:

Immernoch die dramatischen Bilder aus den Schlussminuten im Kopf nahm ich den Bus zurück zum Bahnhof Marl-Sinsen. Schnell war ich wieder auf dem Bahnsteig (diesmal Gleis 1) und wartete auf die Regionalbahn Richtung Düsseldorf Hbf, die jedoch Verspätung hatte. Ansonsten verlief die Rückreise, wie die Anreise, ohne nennenswerte Vorkomnisse und ich machte mich um ca. 18 Uhr zufrieden und mit vielen neuen Eindrücken vom Hbf in Gelsenkirchen auf in Richtung Heimat.                                                                                                                                                                                              PS: Wen es noch interessiert, ich schätze, dass bei diesem 6. Ligaspiel fast 1000 Zuschauer waren. Riesen Kompliment an alle die heute dort waren!

Macht’s gut!

-Niklas-

 

14.04.2015 – Niederrheinpokal – Halbfinale

Rot-Weiss Essen 2:0 FC Kray (Anstoß 18:30 Uhr)

Am Dienstag, den 14. April, habe ich das immer populärer werdende Essener Stadtderby im Niederrheinpokal zwischen RWE und dem FCK verfolgt. Die beiden Regionalligamannschaften spielten im ‚Stadion Essen‚ um den Finaleinzug im Amateurpokal und im folgenden Bericht werdet ihr meine Eindrücke rund um und zum Spiel lesen können. Viel Spaß!

Die Anreise zum ‚Stadion Essen‘:

Um 17:00 Uhr am Essener Hauptbahnhof angekommen war ich zunächst überrascht, dass ich absolut null RWE-Fans am Gleis und im Gebäude antraf. Dieser Eindruck änderte sich schnell, als ich durch den Südausgang des Bahnhofs ging, wo sich etwa 200 Fans tümmelten und genüßlich das ein oder andere Bier tranken. Also doch den alten Fussballbrauch aufleben lassen, wie schön. Da ich aber noch keine Karte für das Spiel besaß machte ich mich nun aber zügig auf zu den gegenüber abfahrenden Fanbussen um zum Stadion zu gelangen. Hier muss gesagt sein, dass ‚zügig‘ ein sehr relativer Begriff für die Essener-Verkehrs AG (EVAG) ist. Nicht nur das gut eine Stunde vor Spielbeginn alle 10 Minuten nur ein (!) Bus für die wartenden Fans am Haltepunkt eintrifft, nein, auch war das wunderschöne Wetter (ca. 25°C + Sonne) für das Verkehrsunternehmen total überraschend gewesen. So fuhr ich dann in einem total überfüllten Bus, in dem es ohne Klimaanlage geschätzte 50 Grad heiß war, mit singenden und nach Bier und Rauch duftenden Fans zum Stadion. Hatte auch irgendwo etwas romantisches. Nach einer 20 minütigen Fahrt stand ich auch schon wieder unter freiem Himmel und und lief gutgelaunt aber angespannt die erwürdige Hafenstraße entlang zu den Kassen. Ohne Probleme kaufte ich mir eine Karte für die Westtribüne, um mehr von der berüchtigten Stimmung zu erleben.

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Die erste Halbzeit:

 

Die Essener Westtribüne füllte sich bis kurz vor Anpfif stetig und auch im gegenüber liegenden Gästeblock konnte man Bewegung erkennen.  Ja gut, eher ein Bewegüngchen, denn es verfolgten nur ca. 200 Kray-Fans dieses Pokalspiel. Etwas enttäuscht von der mangelnden Begeisterung für das Derby seitens der grün-weißen war ich dann aber schon, wenn man bedenkt, dass zu Heimspielen des FC Kray etwa 900 Zuschauer aufzufinden sind…  Ultras Essen präsentierte eine große Zaunfahne auf der ‚Scheiß Sport1‘ stand, die jeder selbst bewerten kann. Vor Beginn des Spiels gab es eine kleine, aber bemühte Fahnenchoreo am Mittelkreis und die beiden RWE-Hymnen ‚Opa Luscheskowski‘ und ‚Oh RWE‚ sangen gut 6000 Heimfans mit. Gute Pokalstimmung und geiles Wetter. Wat willste mehr?! Die Stimmung vor Spielbeginn konnte jedoch nicht gehalten werden, da Ultras Essen einen Konflikt mit Sportvorstandes Dr. Uwe Harttgen gibt. Dort kam es zu einem Vertrauensbruch und Ultras Essen boykottiert seitdem die Spiele ihrer Mannschaft. Ist alles etwas kompliziert und ich möchte auch nicht weiter darauf eingehen. Nun denn, RWE kam gut ins Spiel hinein und konnte besonders über die rechte Seite immer wieder gute Möglichkeiten herausspielen. Der FC Kray hingegen hatte sichtlich Probleme mit dem schnellen Vorstößen des Gastgebers und so zogen sie sich immer weiter in die eigene Hälfte zurück. Dies führte zu einigen Standardsituationen für RW Essen, welche jedoch in den ersten 30 Minuten nichts einbrachten. Stimmung wurde in der gesamten ersten Hälfte nur von einigen spontanen Gesängen einiger Zuschauer auf der Westtribüne getätigt, welche jedoch nur selten mehr als 1-2 Minuten dauerten. Dann kam die 31. Minute..es gab einen relativ zentralen Freistoß für den Gastgeber aus gut und gerne 20 Metern, der jedoch in der Krayer Mauer landete. Doch Baier nahm den Abpraller und versenkte den Ball aus 25 Meter mit einem Traumtor zur RWE-Führung. Nun stiegen auch immer mehr die anderen Tribünen in die Gesänge mit ein. Auf dem Feld passierte in den letzten gut 10 Minuten der ersten Halbzeit eher wenig und so ging es in die Halbzeitpause. Die Gästefans konnten stimmlich kaum auf sich aufmerksam machen und so machten lediglich die zwei großen grün-weiß-blauen Farben im Gästeblock einen guten Eindruck.

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Die Halbzeitpause (1:0):

Also ich habe auch bevor ich mit diesem Blog angefangen haben zig Stadien und Sportanlagen besucht, aber was das neuen ‚Stadion Essen‘ an Sanitäranlagen zu…alle Achtung! Astreine, saubere Toiletten, viel Platz und eine recht schöne Deko mit Handabdrücke von Fans an der Wand. Es wirkte alles sehr familär und man merkt das RWE bei jedem Fan einen guten, bleibenden Eindruck hinterlassen möchte und ich bin mir sicher, dass sie dies auch oft schaffen. Fantechnisch verlief die Halbzeitpause unspektakulär und ich nahm wieder meinen alten Platz im oberen Bereich der Westtribüne ein.

Die zweite Halbzeit:

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte spürte man das Übergewicht der Rot-Weißen auf dem Rasen und die Zurückhaltung der Gäste. Während RWE immer viel Zug zum gegnerischen Tor hatte und stets bemüht war die Angriffe über die Außen zu beginnen, hatte der FC Kray einige Fehlpässe im Aufbauspiel, sowie mehrere Unsicherheiten im Spiel nach vorne. Nach gut zehn gespielten Minuten im 2. Durchgang vergab der RWE-Stürmer Platzek eine Großchance im Mario-Gomez-Stilm, als er freistehend den Ball aus knapp 10 Metern mindestens drei Meter am Tor vorbeischoss. Im weiteren Spielverlauf passierte erstmal wenig und so wurde der gemeine Fan auf der Tribüne immer nervöser. Ultras Essen machte in der zweite Halbzeit dann doch etwas organisierten Support, was begeisternd von der Kurve angenommen wurde und so war es dann richtig Laut im Stadion. Also stand ich vor der Frage, ob das Schweigen der Fanszene im 1. Durchgang nun doch nichts mit dem kaputten Verhältnis zum Sportvorstand zu tun hatte? Nach etwa 70 Minuten hatte der FCK eine riesen Chance den Ausgleich zu erzielen, doch Akman traf nach einem schönen direkten Freistoß aus gut 20 Metern nur die Latte und so blieb die knappe Führung des RWE erstmal bestehen. Und so kam es in der 77. Minute nach einem langen Pass in die Schnittstelle der Krayer Abwehr zum verdienten 2:0, als Freiberger den Ball an dem herausstürmenden Kunz vorbeischob. Das Stadion erxplodierte und der Finaleinzug wurde seitens der Rot-Weißen laustark besungen. So passierte auch nichts Erwähnenswertes mehr in den letzten Minuten auf dem Feld, außer als ein Flitzer kurz vor Abpfiff die Ordner zu einer tollen Verfolgungsjagd zwang. Somit steht Rot-Weiss Essen nun im Finale gegen Rot-Weiß Oberhausen und spielt nicht nur am 14. Mai um den Amateurpokal, sondern auch um einen Platz im Lostopf für die erste DFB-Pokalrunde.

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Die Rückreise zum HBF Essen:

Auf Grund der nicht so übermäßigen Menschenmasse, die zu den Fanbussen drang, konnte ich die Hafenstraße in Ruhe hinunterspazieren und 10 Minuten später mit leisen aber glücklichen Fanmelodien zum Hauptbahnhof fahren. Im Gegensatz zur Hinfahrt war es auch deutlich kühler und die Stimmung war erwartungsgemäß gut. Am Bahnhof angekommen verstreuten sich die in rot-weiß gekleideten Fans und ich konnte nun zu meinem Gleis hochgehen und auf einen interessanten und schönen Dienstagabend zurückblicken.

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-Niklas-

04.04.2015 – Kreisliga C3 Gelsenkirchen

FC Zrinski 1975 0:2 Grün-Weiß Heßler II (15:00 Uhr)

Am Ostersamstag habe ich mich zur Sportanlage Ückendorf in Gelsenkirchen begeben, um mir ein Spiel des 24. Spieltages in der Kreisliga C3 anzuschauen.

Die Anreise zur Sportanlage Ückendorf:

Um kurz nach 14:00 Uhr am Hauptbahnhof in Gelsenkirchen angekommen verließ ich den mittelgroßen Bahnhof durch den Südausgang, überquerte kurzerhand den Neustadtplatz und folgt dem Verlauf der Bochumerstraße. Es gab keine besonderen Vorkommnisse auf meinem circa 15 minütigen  „Marsch“ bis zur Kreuzung Virchowstraße. Auf dem Weg dorthin sieht man den tristen Alltag und die, ich nenne sie mal liebevoll, traditionellen Bauten in Gelsenkirchen. Marode und alte Mehrfamilienhäuser erstrecken sich entlang der Bochumerstraße und Baustellen auf Bürgersteigen ließen mich zwei Mal auf der kurzen Route die Straßenseite wechseln. Angekommen an der besagten Kreuzung bog ich rechts ab und nach etwa 100 Metern liegt auf der linken Seite die Sportanlage Ückendorf. Sie umfasst einen schönen, gepflegten Rasenplatz mit einer kleinen Tribüne für etwa 300 Zuschauer und einen einfachen Ascheplatz mit Flutlichtanlagen. Der Rasenplatz wird (fast) ausschließlich von den A- und B-Junioren des FC Schalke 04 genutzt und so trägt der FC Zrinski 1975 seine Heimspiele auf dem angrenzenden Ascheplatz aus.

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Die erste Halbzeit:

Das Spiel war leider erwartungsgemäß schwach besucht und lediglich einige Freunde von Spielern der beiden Teams und alteingesessene Fans sahen eine muntere erste Halbzeit des Gastgebers gegen den westlichen Stadtrivalen. Der FC Zrinksi spielte sichtlich motiviert mit einem, teils rotierendem, 4-4-2-System gegen tiefstehende Gäste aus Heßler. Da die zweite Mannschaft des, im Süden beheimateten, FC Zrinski kurz vor diesem Spiel ebenfalls auf der Sportanlage gespielt hatte, blieben nahezu alle Spieler der zweiten Mannschaft beim Spiel und unterstützten die Vereinskameraden sogar lautstark bei gelungen Aktionen. Großes Kompliment und Hut ab für diese Zusammenhalt! Leider konnte der FC Zrinksi kaum nennenswerte Großchancen herausspielen und so mussten alle Fans bis zur 20. Minute auf den ersten Torschuss im Spiel warten, welcher knapp nach einem direkten Freistoß aus 40. Metern (!!!) über die Latte flog. Die Gäste fanden in der ersten halben Stunde kaum Fuß in der Partie und konnten dank einiger Unkonzentriertheiten des Gastgebers im Spiel nach Vorne das Unentschieden halten. Kurz vor dem Seitenwechsel wurde das Spiel immer wieder durch kleine Fouls unterbrochen und man merkte beiden Teams den Willen an, hier heute drei Punkte mitzunehmen. In der 44. Minute kam der FC Zrinksi durch ein gelungenes Kurzpassspiel auf dem rechten Flügel noch zu einer Halbchance, welche aber durch die „Wir-wollen-den-Ball-ins-Tor-tragen“-Strategie und des beherzten Eingreifens der starken Heßler-Abwehr zunichte gemacht wurde.

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Die Halbzeitpause:

Keine nervige Chartsmusik, keine peinlichen Einspieler auf Videolinewänden, keine pompösen Halbzeitaktionen auf dem Feld! Ich genoß eine ruhige Pause, welche ich zum Adrenalinabbau nutzte. Und ja, ob ihr es glaubt oder nicht, mich erfassen solche Spiele von ihrem Kampfgeist und ihrer Spannung sehr und ich freute mich total auf die zweite Halbzeit mit beiden, mit der besten Einstellung geprägten, Teams. Die konzentrierte Halbzeitansprache von Grün-Weiß Heßler fand im Schatten neben dem Platz statt und ich schnappte zahlreiche Kommentare auf und so mir klingen die Worte des Spielertrainers noch immer Kopf: „Jungs, weiter so! Wir müssen UNSER Spiel weiter spielen. Die wolln doch nur den Ball reintragen und haben nich einma von weiterweg geschossen… Wir packen das!“ Damit hat er die Siegermentalität der Grün-Weißen genau auf dem Kopf getroffen…

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Die zweite Halbzeit:

Der zweite Durchgang begann mit viel Biss in den Zweikämpfen und beide, spielerisch recht starke, Teams versuchten durch Ballstaffetten den direkten Weg zum gegnerischen Tor zu finden. Heßler suchte immer wieder nach Kontermöglichkeiten und so konnte der FC Zrinski teilweise mit viel Platz im Mittelfeld das Spiel gestalten. Jedoch konnte sich der Gastgeber nicht eine gewünschte Großchance herausarbeiten, was zum einen wieder an der Unkonzentriertheit beim letzten, entscheidenden Pass des FC Zrinski als auch an der gute Kommunikation in der Abwehr des GW Heßler lag. Ein Zuschauer rief aus diesem Grund nach gut 50 Minuten: „Ey, haut doch ma einfach aufs Tor drauf!“ Einfacher gesagt, als getan, denn nach einem gelungenen Konter auf der rechten Seite musste der Spielertrainer mit der Nummer 11 nur noch zum 0:1 (58. Minute) für die Gäste einschieben und die komplette Hintermannschaft des FC Zrinski war bedient. Sich von dem Gegentor sichtlich nicht beeindrucken zu lassen versuchte der Gastgeber nun mehr über die Flügel zu agieren und erarbeiteten sich eine recht gute Möglichkeit in der 63. Minute, welche aber noch in letzter Sekunde abgefälscht wurde. Kurz darauf stürmten sogar die defensiv orientierten Spieler des FC Zrinksi mit nach vorne, was zur Folge hatte, das Heßler nun sehr viel Platz zum Kontern hatte und so eine Überzahlsituation in der 66. Minute herstellte, die mit Hilfe des linken Innenpfosten zum Torerfolg führte. 0:2 für Grün-Weiß Heßler, und das obwohl Zrinski wesentlich mehr Spielanteile hatte und lediglich an der Effektivität vor dem Tor scheiterte. In den darauffolgenden 20 Minuten konnten die körperlich betonten Spieler des Gastgebers nicht den Anschlusstreffer erziehlen und hatten kurz vor Abpfiff noch Glück, dass ein Lattenschuss des starkspielenden Regisseurs von Grün-Weiß Heßlers nicht zum 0:3, und damit zu einer hohen Niederlage, führte.

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Fazit:

Erfolg ist wie ein scheues Reh, der Wind und die Witterung müssen stimmen… So musste der FC Zrinksi 1975 eine, an den Spielanteilen gemessene, unglückliche Heimpleite einstecken und steht damit auf dem 11. Tabellenplatz, punktgleich mit dem VfL Grafenwald IV. Die Grün-Weißen aus Heßler sind nun das drittstärkste Auswärtsteam der Liga und spielen zum wiederholten Male zu Null, was ihnen den 6. Platz beschert. Für mich war es ein wirklich spannendes und offenes Spiel, bei dem ich auf meine erhofften Kosten kam und sowohl zwei sehr motivierte und zusammenhaltende Teams als auch ein recht faires und munteres Spiel gesehen habe.

Die Heimreise verlief ereignislos und so freue ich mich auf das nächste Amateurspiel!

-Niklas-